Zahnbehandlung früher und heute...
Vor ca. 50 Jahren hatte man die Bedeutung regelmäßiger und professioneller Untersuchung und Behandlung des Pferdegebisses schon erkannt. Prof. Dr. Erwin Becker hat damals erstaunliche Techniken und Behandlungsmethoden mit hochentwickelten Werkzeugen eingeführt.
Er erkannte damals, dass Pferde mit gesunden Zähnen eine etwa 10 bis 20 % bessere Futterverwertung haben, was bei der damals sehr hohen Pferdepopulation eine große Bedeutung hatte; besonders vor dem Hintergrund der Ernährung der deutschen Bevölkerung zu Kriegszeiten
Nach dem Krieg erhielt das Automobil Einzug und die Pferdepopulation ging drastisch zurück und somit ging das erworbene Wissen der Pferdezahnmedizin in den Jahren verloren. Die Bedeutung des Pferdes wandelte sich vom Fortbewegungs- und Transportmittel zum Sportgerät.
Aufgrund dieser Entwicklung haben sich die Reiter und Tierärzte verstärkt auf Pferdebeine und auf die Leistungsfähigkeit konzentriert und der frühere Behandlungsstandard von Pferdezähnen wurde nicht wieder erreicht.
Um die Zähne zu kontrollieren und zu behandeln, kann man seinen Hufschmied, seinen Haustierarzt beauftragen, zu einem auf Pferdezähne spezialisieren Fachtierarzt für Pferde oder zu einem Pferdedentisten gehen. Die Erfahrung hat gezeigt, dass die Konsultierung eines Spezialisten der bessere Weg ist.(Ein Mensch geht auch nicht zum Hausarzt um seine Zähne kontrollieren zu lassen, oder?!)
Die nicht tierärztlichen Pferdezahnspezialisten –Horse-Dentisten- werden ausschließlich ausgebildet, um Gebissprobleme bei Pferden zu behandeln, oder um ihnen vorzubeugen.
In den USA hat man schon vor mehreren Jahren wieder die Wichtigkeit der Zahngesundheit für die Leistungsfähigkeit der Pferde erkannt und rechtzeitig mit der Ausbildung von Spezialisten: Tierärzten (Pferde-Zahnärzten) sowie Laien (Horse-Dentisten) begonnen.
In Deutschland hat man diese Entwicklung verschlafen und wacht nun mit einem „Kater“ und etwas „verschnupft“ auf, da einige pfiffige Holländer, Belgier, Australier, Kanadier usw. (häufig keine Tierärzte), schneller reagiert haben und sich meistens deutlich besser auf dem Gebiet der Pferdezahnheilkunde in den USA, Canada, Brasilien und Süd – Afrika fortgebildet haben, als deutsche Tierärzte. Diese Leistung muß anerkannt werden.
Es reicht nicht aus über einen anerkannten Wochenendlehrgang bei renommierten Tierärzten das Wissen aufzunehmen, umzusetzen und mit den dort meist erworbenen elektrischen Maschinen zu arbeiten, um dann im Vergleich zu einem Horse-Dentisten standzuhalten.Bei der Behandlung von Pferdezähnen haben sich verschiedene Methoden entwickelt:Sobald eine Sedierung vorgenommen wird, ist auch der häufige Einsatz von elektrischen Geräten festzustellen, die dann das ganze Pferdegebiß bearbeiten.
Die Horse-Dentisten verwenden unterschiedlich lange Zahnraspeln mit diversen Krümmungen und von guter Qualität. Mit dieser Vielfalt von Instrumenten werden die meisten Zahnprobleme behandelt und gelöst.
Bei schwierigeren Behandlungen, bei denen Pferde sediert werden müssen, sind die Horse-Dentisten auf die sinnvolle Zusammenarbeit mit Tierärzten angewiesen z.B.: bei der Korrektur der Schneidezähne.
Da sie keine Pferde sedieren dürfen ist der Einsatz von elektrischen Maschinen nicht zu verantworten, da dem Pferd meist mehr Schaden als Nutzen bei der maschinellen Arbeit ohne Maulsperre und ohne Sichtkontrolle zugefügt wird.
Oft ist die Kombination von zwei Verfahren eine gute Lösung:
Eine gute Sedation sollte nur eine geringe Belastung für das Pferd bedeuten, um eine ruhigere und ungefährliche Behandlung durchzuführen.
Ein grobes Entfernen von scharfen Kanten, Haken und Stufen ist meistens schneller mit einer geeigneten Maschine möglich, aber die Feinarbeiten und das Erreichen von bestimmten Bereichen im Pferdemaul, ist nur zufriedenstellend und schonend mit unterschiedlichen Handraspeln von guter Qualität möglich.
Eines ist aber allen Methoden gemeinsam; in 15 Minuten ist keine gründliche und gute Zahnbehandlung möglich. Ein eher angemessener Zeitraum sind 40 Minuten bis eine Stunde und mehr.


