Pferdezahnpflege

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Verschiedene Zahnarten

1. Schneidezähne - Inzisivi
2. Hengstzähne - Canini
3. Backenzähne - Prämolaren und Molaren
4. Wolfszähne (= P1)
5. Persistierende Milchzähne

1. Schneidezähne - Inzisivi

Es gibt drei Milchschneidezähne und drei bleibende Schneidezähne. Die Milchschneidezähne weisen eine deutliche Einziehung unter der Krone auf, die als „Zahnhals“ bezeichnet werden kann. Zudem haben die Milchzähne immer eine ausgesprochene längliche Kaufläche, und eine Kunde von geringer Tiefe, die im Unterkiefer nur 3-4 mm beträgt. Wegen ihres oft geringen Zementüberzugs sind die Milchzähne heller und weisser als die bleibenden Inzisivi, die lingual von den Milchschneidezähnen erscheinen.

Kunde = Schmelzbecher = Infundibulum: Die Kunden stellen Einstülpungen des Schmelzes dar, die mit Zement gefüllt sind. Zusammen mit Futterablagerungen entsteht die schwarze Farbe dieser Kunden, deren Innenfläche von Schmelz bedeckt ist. Am Boden der Kunden = Kundenspur ist der ganze Innenraum der Kunde von Zement ausgefüllt.

Die Inzisivi von ca. 5-7 Jahre alten Pferden sind ungefähr 7 cm lang.

Die Funktion der Schneidezähne besteht im Fassen und Abschneiden des Futters.

2. Hengstzähne - Canini

Es gibt Milchcanini und bleibende Canini. Die Milchcanini kommen bei Hengsten, Wallachen sowie auch den Stuten vor, doch brechen sie in der Regel nicht durch. Sie sind selten länger als 2 cm und sind meistens sehr nahe bei den Schneidezähnen gelegen. Die bleibenden Canini brechen in der Regel nur bei den männlichen Pferden mit ca. 4-5 Jahren durch. Sie kommen auch einige Monate vor den Oberkiefercanini durch die Schleimhaut. Ihre Länge beträgt ca. 4-6 cm und sie sind sehr stark gekrümmt. Ca. ein Viertel aller Stuten haben einen oder mehre Canini, die als kleine Kegel durch das Zahnfleisch durchbrechen können.

Die Canini, werden auch „Hakenzähne“ oder „Hengstzähne“ genannt. Sie werden vor allem für die Abwehr gebraucht, denn infolge der fehlenden Okklusion können sie kaum der Futteraufnahme dienen. Die fehlende Okklusion ist wahrscheinlich auch der Grund für den häufigen Zahnstein an den Canini.

3. Backenzähne - Prämolaren und Molaren

Die Backenzähne werden für die Zerkleinerung des Futters benötigt. Dadurch entsteht eine durchschnittliche Faserlänge von ca. 4-10 mm. Die Backenzähne sind nach rostral gerichtet, wenn man von der Wurzel in Richtung Krone geht. Bei Pferden, die älter als acht Jahre sind, ist die Krümmung weniger stark ausgeprägt.

Der Schmelzrand der Infundibula der Oberkieferbackenzähne ist innen immer von Zement überzogen. Wenn dieser Zement fehlt, kann Futter dort liegen bleiben und zu weiteren Zahnveränderungen führen. Die Ober- und Unterkieferbackenzähne berühren sich in Ruhestellung nicht vollständig, so dass man von einem anisognathen Gebiss sprechen muss. Der Oberkiefer ist deutlich breiter als der Unterkiefer, so dass bei geschlossenem Maul nur ca. 1/3 der Oberkieferbackenzahnfläche die Hälfte der Unterkieferbackenzahnfläche berührt. Der Winkel der Kauflächen ist auch nicht horizontal sondern beträgt ca. 10-15 Grad.

4. Wolfszähne (= P1)

Die Wolfszähne kommen in unterschiedlicher Häufigkeit vor. Im Oberkiefer sind sie im allgemeinen häufiger als im Unterkiefer, wo diese manchmal auch als Schweinszähne bezeichnet werden. Die Wolfszähne erreichen in der Regel eine Grösse von 1-2 cm. Grosse Wolfszähne können auch Schmelzeinstülpungen besitzen. Die Wolfszähne brechen in der Regel zwischen 6 und 18 Monaten durch die Schleimhaut. Ca. 50 % aller Pferde haben Wolfszähne, wobei die Zahl selber variiert. Sie können einzeln oder doppelt, direkt vom P 2 oder etwas abgesetzt davon im Diastema vorkommen. Sie können auch unter der Schleimhaut versteckt bleiben, so dass man dann von “blinden“ Wolfszähnen spricht.

5. Persistierende Milchzähne

... bei Schneidezähne

Bei den Schneidezähnen kommt dieses relativ häufig vor, dass einzelne oder mehrere Milch – Schneidezähne den Durchbruch des adulten Schneidezahnes überdauern. Da sie nur eine kurze Krone und Wurzeln besitzen können sie ohne großen Aufwand entfernt werden; anschließend das Maul mit warmen Wasser spülen. Das Spülen der Zähne in den nächsten 2 -3 Tagen wiederholen.

peristierende Milchzähne

... bei Backenzähne

Die Milchzähne der vorderen Backenzähne –Prämolaren- können persistieren und dann zu Problemen wie Kaustörungen, stinkender Maulgeruch und Schmerzen führen. Persistierende Milchzähne, auch Kappenzähne genannt, können auch brechen und damit ist die Gefahr gegeben, dass bestimmte Teile in der Schleimhaut zurückbleiben und zu Entzündungen führen können. Deshalb sollte man eine Kontrolle mit der Hand durchführen, um evtl. Kappenzahnreste aufzufinden und zu entfernen

Zahnwechsel – Alter bei Milchzähnen:

Schneidezähne:

I 1 ab 2,5 bis 3 Jahren

I 2 ab 3,5 bis 4 Jahren

I 3 ab 4,5 bis 5 Jahren

Backenzähne:

P 2 ab 3 bis 3,5 Jahren

P 3 ab 4 bis 4,5 Jahren

P 4 ab 4,5 bis 5 Jahren

Oberkieferbackenzähne

Die Oberkieferbackenzähne besitzen 2 Vertiefungen, Schmelzbecher = Infundibula. Diese Schmelzbecher gehen von der Kaufläche in die Tiefe und erstrecken sich über den ganzen Zahnkörper. Diese Infundibula sind mit Zement und Futterablagerungen gefüllt, wodurch sie eine schwarze Farbe aufweisen.

Die Oberkieferbackenzähne besitzen 3 Wurzeln, zwei lateral und eine medial sowie fünf Pulpahöhlen. Fakultativ können sie auch 4 Wurzeln aufweisen.Die bukkale Fläche besitzt 2 Längsfurchen, die durch eine vertikalverlaufende Kante getrennt werden und die linguale Fläche 2 Längsrinnen, die durch einen breiten vertikalverlaufenden Wulst getrennt werden.

Unterkieferbackenzähne

Die Unterkieferbackenzähne besitzen 2 seitliche Vertiefungen = Schmelzfalten = Plica enameli, die aber im Gegensatz zu den Oberkieferbackenzähne nicht geschlossen sind. Daher findet man an den Backenzähnen des Unterkiefers nur Schmelzfalten. Die Unterkieferbackenzähne haben 2 grosse Wurzeln, wobei M 3 meistens 3 Wurzeln aufweist. Sie besitzen 2 grosse Pulpahöhlen mit je 2-3· Unterteilungen

Bukkale Fläche: 1 Längsfurche

Linguale Fläche: 1-2 Längsfurchen und sehr tiefgehende, „gestielte“ Schmelzfalte

Zahnabnutzung:

Backenzähne: 2-3 mm / Jahr

Inzisivi: 2 mm / Jahr

Nach Abschluss des Wachstums sind die Backenzähne ca. 8-9 cm und die Inzisivi ca. 5-7 cm lang, so dass diese während 30-40 Jahren in Funktion sein sollten. Danach ist das Lebensende des Tieres.

Kappe auf den Praemolaren

auch durch das Aufgebrauchtsein der Zähne gegeben.